Thomas Richter kommt aus der klassischen Finance-Ecke — aber mit einer Vorliebe für Marken, die etwas bewegen. Nach dem MBA an der INSEAD und der CFA-Zertifizierung sammelte er acht Jahre bei McKinsey Erfahrung im Retail- und Konsumgüterbereich. Dort lernte er, komplexe Geschäftsmodelle in klare Finanzmechaniken zu übersetzen. Anschließend begleitete er bei Goldman Sachs M&A-Transaktionen für Consumer-Unternehmen — drei Jahre voller Due-Diligence-Fragen, Bewertungsmodelle und Verhandlungen mit Investoren.
Was ihn früh faszinierte, war der Schnittpunkt aus Zahlen und Kultur. Während klassische Private-Equity-Mandate ihn oft unterforderten, suchte er Branchen, in denen finanzielle Disziplin und kreative Energie gleichermaßen gefragt sind. Sport- und Lifestyle-Brands boten genau dieses Feld — besonders in ihren frühen Wachstumsphasen, in denen jedes Investment gleichzeitig Story und Bilanz tragen muss.
Über mehrere Series-A- und Series-B-Begleitungen lernte er den Beat junger Marken kennen: Gründer mit Vision, Marketing mit viel Enthusiasmus, und irgendwo dazwischen eine Finanzfunktion, die es schaffen muss, beides zusammenzuhalten. Genau diese Mischung brachte ihn 2019 zu Yellow Bee Energy, damals noch ein kleines Team aus drei Extremsportlern mit einer Getränke-Idee.
Bei Yellow Bee baute Thomas die Finanz-, Legal-, und IR-Funktion von Grund auf auf. Er verhandelte persönlich die ersten Sponsoring-Verträge und sorgte dafür, dass jedes Athleten- oder Racing-Engagement über klare Wertmechaniken definiert wurde. Sein Stil ist analytisch und direkt — er liebt saubere Modelle mehr als schicke Präsentationen. Für ihn ist „gutes Gefühl" kein Argument, sondern eine Hypothese, die belegt werden muss.
Gleichzeitig respektiert er die Brand-Energie, die Yellow Bee ausmacht. Er weiß, dass Racing, Events und Athleten nicht eins zu eins in Umsatz umrechenbar sind. Aber er besteht darauf, dass diese Investments eine nachvollziehbare Wirkungskette haben — für das Team, für das Board und für die kommende Series B.
Thomas ist pragmatisch bei Tools. Sein Credo lautet: „Erst der Prozess, dann die Software." Er glaubt nicht an schnelle Tech-Fixes, sondern daran, dass KI und Agenten dort wertvoll sind, wo sie echte Prozessschmerzen lösen — etwa beim Reporting, bei der Pipeline-Bewertung oder beim Sponsoring-Impact.